gartenarbeit: 2x lavendelzucker

auf dem gärtnerblog läuft schon seid längerem das neue garten-koch-event: "Wildkräuter". gott sei dank hat astrid bei den kommentaren den hilfreichen hint vergeben, daß lavendel auch dazu zählt - selbst wenn er bei uns in "freier Wildbahn" nicht wirklich vorkommt. da paßt es wunderbar, daß das "gestaude" auf meiner terrasse gerade in voller blüte steht. mein beitrag soll diesmal kein gericht sondern eigentlich eine zutat für wunderbare gerichte sein - ich hoffe, das gilt trotzdem ;) (zumindest hab ich keine gegenteilige bestimmung in den regeln gefunden).

letztes jahr hab ich aus irgendeiner idee heraus ein paar der lavendelblüten in meinen zuckerstreuer getan .. und dort natürlich prompt vergessen. das dufterlebnis bei der nächsten benutzung war so umwerfend, daß ich heuer in "geschenkproduktion" gehen werde. nicht nur, daß man diesen zucker - ähnlich dem rosenwasser - sowohl mit geschmacks- als auch geruchssinn genießen kann, sieht er selbst in einem alten marmeladeglas noch sehr schön aus. für den lavendelzucker gibt es lt meiner oma zwei rezepte - je nach anforderung:

rezept 1:
staubzucker in ein schraubglas füllen und dabei immer wieder mit lavendelblüten mischen. verschließen und ca 1 monat "ziehen" lassen. danach die blüten entfernen und dabei die durch die feuchtigkeit entstandenen klumpen zerstoßen. die gezuckerten blüten sind als verziehrung ein echter "hingucker". wem aber die langwierige sortierarbeit a la aschenputtel zu mühsam ist, kann die mischung einfach in eine zuckermühle geben. durch das sieb bleiben die blüten in der mühle und können zum schluß leicht herausgenommen werden.
der zucker paßt als "schneehaube" besonders gut zu sommerlich fruchtigen desserts, wie zb erdbeer-topfen torten.

rezept 2:
4 EL "normalen" Zucker mit 1 TL lavendelblüten (oder 2 TL getrockneter blüten) in einen mörser geben. die mischung so lange zerkleinern, bis der zucker eine braun/lila farbe angenommen hat und die blüten nicht mehr zu erkennen sind. diese art von zucker kann man perfekt zum süßen von getränken verwenden. dazu die mischung mit ein wenig heißem wasser aufgießen und durch ein küchentuch filtern. oder man verwendet den zucker als bestandteil eines desserts (zb vanillepudding, topfencremen, ...). allerdings sollte man die mischung meiner erfahrung nach nur frisch verwenden.

der abgebildete lavendel stammt im übrigen von meiner terrasse (siehe beweisfoto unten) und gehört zur gattung des lavandula officinalis (auch genannt lavandula angustifolia miller). lt meinen klugen büchern ist dieser die natürlichste form des lavendels. warum es dafür aber zwei namen gibt, konnte ich auch im www nicht herausfinden. weitere bilder samt botanischen abbildungen und beschreibungen gibt es auch im deutschen wiki unter dem stichwort "echter lavendel". nur über die richtige ernte streiten sich offensichtlich die gelehrten. während die einen die noch nicht vollständig geöffneten blüten verwenden, warten andere, bis die blüten tatsächlich erblüht sind. kompromissbereit wie ich bin, hab ich natürlich den mittelweg gewählt. meine dolden waren zum teil schon aufgeblüht, zum teil waren die einzelnen blüten noch geschlossen.

in der volksheilkunde sagt man dem lanvendel übrigens eine entspannende und beruhigende wirkung nach. außerdem vertreibt er motten und sollte mädchen früher unwiederstehlich machen bzw. widerspenstige männer zähmen ggg*. bekannt ist, ua, daß mädchen, die keine irdischen güter in die ehe mitbringen konnten ein lavendelbad vor der hochzeit genommen haben. ob der duft ausgleichende und beruhigende wirkung auf den zukünftigen ehemann haben sollte?*fg


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